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" Unser Walter Linse "

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English Synopsis
Einfuehrung
Dokument Uebersicht
1 Alfred Ascher
2 Alfred Ascher
3 Horst Lantzsch
4 Gilel Reiter
5 Kontakte Uebersicht
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doc 5e
doc 5f
6 Linse bei der IHK
7 Ciphero Widerstand
8 Linse Nazigegner
9 Die Familie
Dank Acknowledgement
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5c                                                                Familie Zala Bodik

 

          Herr Zala Bodik erscheint auf der IHK Liste von 1938 mit einem Geschäft für Strumpf- und Handschuh-Waren, Chemnitz, Kurt Guenther Str. 19.

 

          Herr Bodik (geb. 1885) muss nach der Kristallnacht 1938 mit etwa 200 Leidensgefährten in das KZ Buchenwald. Einzelheiten darüber sind mir nicht bekannt. Man kann annehmen, dass er Herrn Gilel Reiter, da ähnlichen Alters, im KZ gekannt hat, und dass er die unmenschliche Behandlung, wie von Alfred Ascher beschrieben, miterlebt hat. Zala Bodik starb 1940 in Chemnitz und wurde im jüdischen Friedhof beigesetzt.

 

            Sein Sohn Joachim (geb. 1927) muss noch im Februar 1945 mit einem Transport nach Theresienstadt und wird im April von den sowjetischen Truppen befreit. Er war also dort mit den Brüdern Joachim und Horst Reiter; sie kannten sich aber nicht gegenseitig. Das Buch Juden in Chemnitz von Nitsche und Röcher enthält eine Liste der abtransportierten Menschen - und deren Verbleib. Daraus war erkenntlich, dass Herr Joachim Bodik schon 1949 nach USA ausgewandert ist.

 

           Ich habe ihn und seine Frau im Jahre 2008 hier gefunden, mit ihnen gesprochen und korrespondiert. Sie wohnten in der Nähe von New York City. Herr Bodik war schon sehr geschwächt durch Parkinson-Krankheit, aber auch er hat mit mir gesprochen. Beide haben sich für meine Anteilnahme bedankt und Herr Bodik war bereit noch einmal an die schlimme Zeit in Chemnitz zu denken. Das war sehr schwer für ihn. Schliesslich schrieb Frau Bodik und wünschte mir guten Erfolg in dem Streben, die Wahrheit zu finden und die Ehre meines Onkels schützen.

 

           Herr Bodik kannte den Namen Dr. Linse nicht, hat ihn auch nicht gehört.

 

          Das Bild um um den Onkel rundet sich aus: Dr. Linse kann keine Aktivistenrolle bei der "Entjudung" der Chemnitzer Wirtschaft gespielt haben. Anderenfalls wäre er als Nazi bekannt und verrufen gewesen.