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" Unser Walter Linse "

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Einfuehrung
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1 Alfred Ascher
2 Alfred Ascher
3 Horst Lantzsch
4 Gilel Reiter
5 Kontakte Uebersicht
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6 Linse bei der IHK
7 Ciphero Widerstand
8 Linse Nazigegner
9 Die Familie
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5d                                                                    Familie Gossels

 

           Karl Gossels (1907 - 1978) hatte 1927 einen Bekeidungs Grosshandel PreCo in Chemnitz gegründet, offenbar benannt nach dem Geburtsnamen seiner Frau, Erna Preczep. Das Geschäft ging gut und war im Handelsregister eingetragen. Es erschien auch auf der Liste jüdischer Unternehmen der Handelskammer und musste gemäss der damaligen Verordnungen an arische Eigentümer verkauft werden.

 

          Das klingt einfach und fast geschäftsmässig - bis man realisiert, dass Karl Gossels in der Kristallnacht verhaftet und auch nach Buchenwald gebracht wurde ("Juden in Chemnitz", Seite 475). Er hat dort die Hölle erlebt, wie wir sie von Aschers, Reiters, Bodiks und anderen Seiten her kennen.  

 

          Nach seiner Entlassung (Eine Hilfe dabei von Dr. Linse ist nicht dokumentiert) sprach Herr Gossels wahrscheinlich mit Dr. Linse und dieser fand einen qualifizierten Käufer für das Geschäft. Dabei hat sich Linse für einen gerechten Kaufpreis, zum Beispiel in einer fairen Bewertung des Lagerbestandes und des Inventars eingesetzt.  Der Verkauf fand Anfang 1939 statt, worauf das Ehepaar Gossels mit der vierjährigen Tochter Hannah Ruth nach USA auswandern konnte.

 

           Leider starben Frau und Tochter Gossels zeitig. Herr Gossels heiratete wieder  aber sein weiteres Schicksal ist unbekannt. Nach unseren Informationen existieren auch keine Aufzeichnungen von ihm. 

           

          Eine Kopie eines Durchschlages des vierseitigen Briefes der IHK an den Regierungspräsidenten zu Chemnitz ist öffentlich zugänglich *. Der Brief kommentiert den Kaufvertrag zwischen Gossels und dem Käufer und zeigt, dass sich Linse um faire Kompensation für Herrn Gossels bemüht hat. Zum Beispiel hat Linse verlangt, dass das Inventar nicht kostenfrei an den Käufer übergehen dürfe. Vielmehr solle der Wert des Inventars durch einen Richter geschätzt und vom Käufer bezahlt werden.

 

          Viele dieser Einzelheiten stammen von einem informierten Nachkommen der weiteren Familie. Sollte ein Leser Kontakt mit diesem Herrn wünschen, wende man sich bitte an Peter Seifert via "Contact Us", zur Weiterleitung der Anfrage.

 

 

 

*  Öffentlich zugänglich:  Staatsarchiv Chemnitz,  30874 Blatt 283 - 286.

Sollte jemand an einer Kopie interessiert sein, wende man sich bitte per email an mich, via "Contact Us"