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" Unser Walter Linse "

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Einfuehrung
Dokument Uebersicht
1 Alfred Ascher
2 Alfred Ascher
3 Horst Lantzsch
4 Gilel Reiter
5 Kontakte Uebersicht
doc 5a
doc 5b
doc 5c
doc 5d
doc 5e
doc 5f
6 Linse bei der IHK
7 Ciphero Widerstand
8 Linse Nazigegner
9 Die Familie
Dank Acknowledgement
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 5f                                                                   Familie Nussberg


          Bei der Suche im Internet  fand ich 2012 zwei Mitglieder der Grossfamilie Nussberg. Sie leben in Tel Aviv und in Washington DC, USA. Sie berichten, dass mehrere ihrer jüdischen Vorfahren etwa 1908 aus Polen nach Chemnitz kamen und dort kleine Unternehmen der Strumpfherstellung und des Verkaufes gründeten.

 

Oskar (Osias) Nussberg wanderte schon 1936 nach Israel aus. Es ist nicht klar, ob oder wie sein Geschäft weitergeführt wurde - vielleicht von den verbleibenden Nussberg Mitgliedern, Samuel und/oder Jakob. Eine Enkelin von Oskar Nussberg lebt in Tel Aviv.

 

Samuel Nussberg  registrierte 1938 eine Strumpffabrikation in Chemnitz, Kurt-Günther-Straße 27. Diese wurde aber schon 1939 wieder gelöscht, im Zuge der von Nazis verordneten Liquidationen. Herr Samuel Nussberg traf auch Dr. Linse, der in einer Aktennotiz die Auflösung des Betriebes und dessen verbleibendes Barvermögen bestätigt (siehe doc 6b). Er und seine Familie waren gemäss Nazi-Verordnung (aber nicht durch Linse) nach Polen ausgewiesen worden. Sie mussten schliesslich nach Auschwitz und sind dort ermordet worden (Diese ungeheure Nachricht darüber kam von den überlebenden Mitgliedern der Grossfamilie Nussberg).

 

Jakob (Jankiel) Nussberg hatte eine Strumpffabrikation in Chemnitz, Kurt-Günther-Straße 22 und einen Grosshandel in Meerane. Letzterer wurde verkauft, die Strumpffabrikation aber liquidiert. Dr. Linse hat den Kaufvertrag begutachtet und Auflagen empfohlen, die den Nettoerlös für Herrn Nussberg erhöht haben : Der Wert des Inventars müsse geschätzt und vergütet werden, ebenso das Warenlager mit 50% des VER-kaufspreises* der Ware. Die Aussenstände seien vom Käufer einzuziehen, gegen eine Provision von 5%. Alles waren kaufmännisch faire Vorgaben. Die Familie Jankiel Nussberg entkam 1939 nach Belgien, überlebte dort die Nazi-Besetzung und wanderte nach dem Krieg in die USA aus. Eine Tochter wohnt in Washington, DC.  (Siehe doc 6L)

 

Beide Damen waren mit der Familiengeschichte sehr gut bekannt. Sie wussten aber nicht von Dr. Linses Rolle im Schicksal der Nussbergs. Sie besitzen auch keine Aufzeichnungen, Memoiren oder ähnliche Dokumente darüber. Linse wird also nicht belastet, und somit kann man seinen positiven Einfluss, den man in den IHK Akten sieht, gelten lassen.   

 

 

 

 

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* Ein Kritiker spricht von Linse's Bewertung des Warenlagers mit 50% des Ein-kaufspreises. Offensichtlich ein Fehler, der Linses Vorgaben fuer die Kompensation fuer Jankiel Nussberg als besonders unfair darstellt. Diese Kritik ist fehlerhaft.