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" Unser Walter Linse "

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Dokument Uebersicht
1 Alfred Ascher
2 Alfred Ascher
3 Horst Lantzsch
4 Gilel Reiter
5 Kontakte Uebersicht
6 Linse bei der IHK
doc 6a Meichsner Moda
doc 6b Sam. Nussberg
doc 6c Heumann
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doc 6e Sekretaerin
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7 Ciphero Widerstand
8 Linse Nazigegner
9 Die Familie
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6b                                                    Der Fall Samuel Nussberg

 

(Siehe auch B. Kirsch, Walter Linse, Seite 24).

 

           Herr Samuel Nussberg war nach Polen ausgewiesen worden, durfte aber 1939 noch einmal nach Chemnitz kommen, um seine Geschäfte und Wohnung aufzulösen. Linse erfährt davon, bestellt Hern Nussberg zu einem Gespräch in die IHK, und verfasst eine Aktennotiz, mit Herrn Nussbergs Aussage, wie folgt:

 

 "...Ich bin ein polnischer Staatsangehöriger und habe zum Zwecke der Abwicklung meines Gewerbebetriebes Einreisegenehmigung bis zum 19. Mai 1939  erhalten. Ich habe zuletzt nur noch Strumpfgrosshandel betrieben. Der Wert des Warenlagers, das ich bei meiner Rückkehr aus Polen vorfand, betrug etwa RM12.000,-. Das Warenlager ist inzwischen restlos verkauft worden. Irgendwelche Hilfskräfte werden nicht mehr beschäftigt. Die Geschäftsräume sind bereits seit längerer Zeit geräumt. Ich habe meine sämtlichen Verbindlichkeiten bezahlen können. Nach Bezahlung aller Steuerschulden usw. ist mir ein Überschuss in Höhe von RM 30.000,-- geblieben."

 

           Danach ist Herr Samuel Nussberg am 19. Mai 1939 wieder nach Krakau ausgereist. 

 

           Ist es denkbar, dass Herr Nussberg eine Kopie dieser Aktennotiz (oder das Original) bekommen hat, und damit ein offizielles Dokument dass sein Vermögen, oder ein Teil davon, so viel wert war? In der Zwangssituation, in der sich Herr Nussberg befand, hat Linse nicht das Richtige für ihn getan, das Einzige was er tun konnte?

 

           Nachwort: Ich habe zwei Nachkommen der Grossfamilie Nussberg gefunden und mit ihnen korrespondiert. Sie kannten Walter Linse nicht, weder den Namen noch seine Rolle. Die Nachkommen haben mir mitgeteilt, dass Samuel Nussberg, seine Frau und Kinder später von Krakau nach Auschwitz gebracht und dort ermordet wurden. (doc 5f)