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" Unser Walter Linse "

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English Synopsis
Einfuehrung
Dokument Uebersicht
1 Alfred Ascher
2 Alfred Ascher
3 Horst Lantzsch
4 Gilel Reiter
5 Kontakte Uebersicht
6 Linse bei der IHK
doc 6a Meichsner Moda
doc 6b Sam. Nussberg
doc 6c Heumann
doc 6d Linse 1945
doc 6e Sekretaerin
doc 6f NSDAP ?
doc 6g ICJ
doc 6h Liwerant
doc 6i Oswald
doc 6k Unitas
doc 6 L Jan. Nussberg
7 Ciphero Widerstand
8 Linse Nazigegner
9 Die Familie
Dank Acknowledgement
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6d                                    Linse schreibt 1945: "Entjudung" war Unrecht 



         Von der neuen Sowjetischen Staatsmacht wieder in der IHK eingesetzt, schreibt Linse in seinen Akten, dass die Vertreibung der Juden aus der Wirtschaft ein Unrecht war, das irgendwie ausgeglichen werden müsse. Es bedürfe dazu aber landes- oder staatsweiter Gesetze, aber zu diesem Zeitpunkt gäbe es so etwas nicht.


         Meinen Sie, werte Leser, Walter Linse hätte diese Meinung dokumentiert, wenn er selbst der Täter des Unrechtes gewesen wäre, oder er sich als solchen gesehen hätte?

 

          Meinen Sie, werte Leser, die Sowjets und deutsche Kommunisten hätten Walter Linse in seinem Amt bestätigt, wenn er als der Täter des Unrechtes bekannt gewesen wäre? Zu einer Zeit, in der viele Zeugen für Linses Wirken noch lebten und manche zurückkehrten, die ihn hätten denunzieren oder verklagen koennen ?

 

          Meinen Sie, werte Leser, dass Herr Dr. Lipp, ein Vertreter der  jüdischen Menschen in Chemnitz, im Sommer 1945 zu Dr. Linse gegangen wäre, um Fragen einer Rückübereignung jüdischen Besitzes zu besprechen, wenn Linse der Täter des Unrechtes gewesen wäre?

 

          Meine Antwort zu all diesen Fragen ist : Niemals. Das Unrecht lag in den Gesetzen und Verordnungen des Nazi-Reiches.

 

          Ich denke, dass Walter Linse in seinem Gewissen gefühlt hat, dass er Unrecht gemildert hat, dass er es aber nicht verhindern konnte. Deshalb konnte er nach dem Zusammenbruch offen schreiben dass es ein Unrecht war, was er unter den Nazis bestimmt nicht schreiben  konnte. Hier ist der Text der Aktennotiz:


            "Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass die Frage einer  Wiedergutmachung  des Unrechts an Juden im Allgemeinen und die Frage einer Wiedergutmachung des bei der Entjudung von  Gewerbebetrieben begangenen Unrechtes im besonderen  reichseinheitlich, zumindest landeseinheitlich geregelt werden  muss"



 

Mehr dazu in Abschnitt 8 "Linse Nazigegner".