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" Unser Walter Linse "

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1 Alfred Ascher
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6 k                  Unitas, Linse urteilt gegen arische Käufer,

 

In einem Brief  an den Regierungspräsidenten (doc 6k, weiter unten) erklärt Linse, dass bei Arisierungen jüdischer Betriebe die Aussenstände vom Käufer solcher Betriebe eingezogen und dem früheren jüdischen Eigentümer zu 95% gutgeschrieben werden. Eine Provision von 5% steht dem Käufer zu, als Kompenstion für Mühe usw für das Einholen dieser Beträge. Die Regelung gelte aber für relativ kleine, noch unbezahlte Rechnungen, wie Ratenzahlungen von Kunden.

 

Der arische Käufer wollte nun auch für andere grosse Aussenstände die 5% Einzugs-Provision von der ehemals jüdischen Firma Unitas verlangen. Linse lehnt den Antrag ab, urteilt also gegen den arischen Käufer. Eine Provision sei in diesem Falle unzulässig weil die Beträge schon beim Verkauf aufgerechnet worden waren, also keiner besonderen Mühe seitens des Käufers bedurften.

 

Offensichtlich beschützt Linse die Interessen des jüdischen Eigentümers - auch wenn er in seinem Brief andere "volkswirtschaftliche" Gründe anführt, damit der Herr Regierungspräsident Linses Meinung akzeptieren kann. Nämlich, wenn die früheren jüdischen Eigentümer im Ausland weilten, käme der Betrag (gemäss einer Verfügung des Reiches) nicht den Juden sondern dem Reiche zugute.

 

Andererseits gibt es auch Beispiele in denen das Vermögen den Juden zugänglich gemacht wird (siehe Kapitel Ascher 2). Linse weiss das, denn er selbst hat solch eine Ausnahme im Mai 1939 erreicht (fünf Monate vor dem Unitas Fall) . Davon schreibt Linse aber NICHTS an den Regierungspräsidenten.

 

Ein Teil der Empfehlung liegt in Linses Zuständigkeit, richtet sich gegen die arischen Käufer und begünstigt die früheren jüdischen Eigentümer. Ein zweiter Teil bezieht sich auf die Verordnung des Reiches über Vermögen von im Ausland lebenden Juden. Auf diese jedoch hat Linse keinen Einfluss, keine Macht, sie ausser Kraft zu setzen. Wenn die jüdischen Eigentümer wirklich keinen Zugang zu ihrem Vermögen haben, kann man das aber nicht Linse zur Last legen - es ist Sache des Reiches.